Hagmayr Sport

PRESSESPIEGEL

MAN OF THE MATCH

11.01.2015

Interview Max Hagmayr über das Fußballmanagement in der Männerzeitschrift "Drehmoment". Drehmoment traf den Sportmanager Max Hagmayr:

Nach einer erfolgreichen Profikarriere als Nationalteam-Kicker kümmert sich
Max Hagmayr heute um die Karrieren von Fußball-Newcomern und zukünftigen
Legenden. Im Vordergrund stehen für ihn dabei immer die Menschen.

Wie in vielen Berufen sehen die meisten Leute ausschließlich die schönen Seiten meines Berufs“, sagt Max Hagmayr. „Wenn ich einmal bei einem Fußballspiel in der VIPLounge bin oder zu Vereinen in die ganze Welt reise. Aber dieser Job ist oft ein beinhartes Business, das nur wenige kennen.“
Er weiß, wovon er spricht, denn der ehemalige Profikicker kennt mittlerweile die Fußballwelt von allen Seiten. Zuerst als Spieler, später als Sportmanager des LASK und in den letzten 15 Jahren als selbstständiger Sportler-Manager und -Berater sowie CEO seiner Firma HAGMAYR Sportmanagement. Über die Jahre hat der Geschäftsmann immer wieder sein Know-how in diesem weltweit beliebten Sport bewiesen.

VON ANFANG AN!
Als professioneller Fußballer sammelte Hagmayr wichtige Erfahrungen, die ihm in vielen weiteren Lebensabschnitten bis heute hilfreich waren. „Es hat mir sehr viel Disziplin beigebracht und ich habe Einsatzwillen gelernt – wenn ich mir ein Ziel setze, ziehe ich es auch durch“, sagt der leidenschaftliche Manager.
Nachdem er eine Knieverletzung erlitten hatte, musste er früher als geplant seinen Traumberuf als Sportler an den Nagel hängen. „Viele sagten, ich hätte noch gute sechs Jahre erfolgreich weiterspielen können, aber es kam eben anders“, erzählt er. „Rückblickend hat sich aber alles zum Guten gewendet.“ Nachdem er zuerst nicht so recht wusste, was er tun sollte, begann er an der Johannes Kepler Universität Linz Jus zu studieren. Er schloss nach vier Jahren mit dem Magister ab. Zu Beginn trauten es ihm viele gar nicht zu: „Bei meinen ersten mündlichen Prüfungen waren die Hörsäle voll. Alle wollten wissen, ob der Fußballer auch wirklich etwas im Kopf hat oder ob sie ihm alles schenken würden!“ Danach arbeitete der Linzer in zwei erfolgreichen Anwaltskanzleien seiner Heimatstadt. „Wenn du einmal den Fußball im Herzen hast, dann bleibt er immer dort“,erklärt Hagmayr. So kam es, dass das Schicksal ihn wieder zum Lieblingssport brachte. Der Chef der Kanzlei, für die er Mitte der 1990er arbeitete, betreute damals auch den LASK. Der Klub war in finanzielle Schwierigkeiten geraten und Hagmayr wurde beauftragt, die sportliche Seite wieder in Form zu bringen. Es sollte nur ein Übergangsjob von sechs Monaten sein, doch er blieb als Sportmanager fast vier Jahre. Danach beschloss er, sich damit selbstständig zu machen.

ZEIG MIR DEN SCHOTTER!
Auf die Frage, ob sein Job so sei wie der von Tom Cruise im Film „Jerry Maguire“ über Sportmanager, muss Max Hagmayr lächeln. „In verschiedenen Bereichen ist die Darstellung im Film nicht so abwegig, weil es auch in meinem Berufsalltag sehr viel um persönliche Beziehungen geht.“ Sei es mit den Spielern, die er vertritt, oder mit den Vereinen, mit denen er verhandelt. „Der Leitfaden meiner Firma und eine wichtige Botschaft, die ich auch meinem Team immer wieder mitgebe, ist, dass wir unsere Spieler nie als Ware sehen, sondern immer als Menschen, um die wir uns bewusst kümmern,
mit denen wir – soweit es gewünscht ist – auch eine Beziehung aufbauen und denen wir in jedem Lebensbereich helfen.“

Oft werde sein Job missverstanden, sagt Hagmayr. Viele meinen, es gehe nur darum, die Spieler finanziell erfolgreich an die Vereine zu vermitteln. „Es stimmt, dass es auch um Verträge und dabei oft um viel Geld geht. Dabei muss man aber auch immer den Überblick bewahren. Wir wollen ja auch, dass die Spieler nach der Karriere etwas davon haben, und beraten sie unter anderem in Sachen Geldverwaltung und Versicherungen, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell eine Verletzung kommen und eine Karriere dadurch unterbrochen oder sogar beendet werden kann.“ Erfahrung und Netzwerk sind Hagmayrs größtes Kapital. Zwar gibt er zu, in jüngeren Jahren manchmal selbst beratungsresistent gewesen zu sein, doch versucht er dennoch, seinen Spielern immer mit einem guten Rat zur Seite zu stehen. Er versteht nicht nur ihre persönlichen Bedürfnisse, sondern eben auch die eines Profi-Fußballers.
„Manche der Spieler, die ich betreue, könnten meine Söhne sein“, sagt der zweifache Vater. „Deswegen bin ich für alle meine Klienten auch da, wenn es mal nicht so gut läuft. Man muss in jeder Situation eine Entscheidung treffen.
Manchmal hört man nur zu, manchmal berät man sie und manchmal muss man die eine oder andere harte Tatsache in den Raum stellen und Unangenehmes besprechen.“ Viele dieser Spieler stehen auch unter enormem Druck von ihrem Umfeld. Da kann es schnell mal heißen: Wieso verdienst du nicht so und so viel? Warum machst du das nicht so und so? Doch Max Hagmayr weiß, was am Ende des Tages einen erfolgreichen Spieler ausmacht: „Man muss am Boden bleiben und konzentriert an seinem Talent weiterarbeiten. Der Sport ist auch ein Job. Ich habe schon viele tolle Spieler erlebt, die ihr Talent verschleudert
haben, weil sie nicht konsequent waren. Sie wurden dann teilweise von weniger talentierten, dafür disziplinierteren Spielern überholt.“

VIEL UNTERWEGS
Bei einem so facettenreichen Beruf fällt es oft nicht leicht, zur Ruhe zu kommen.Wirklich abschalten kann ich am besten auf Langstreckenflügen“, schwärmt Hagmayr. Obwohl er auch beruflich viel fliegen muss – es wird von Argentinien bis Shanghai verhandelt –, liebt er es zu reisen. Auch Autofahren macht ihm Spaß. „Ich fahre gerne nach Italien, wenn ich dort zu tun habe. Mein Audi A8 ist wie mein zweites Büro – dort erledige ich Anrufe oder nutze die Zeit einfach, um über Verschiedenes nachzudenken und zu planen.“ Vor kurzem hat er auch noch in Wien ein zusätzliches Büro eröffnet. Aber ob hier oder in der Welt unterwegs, ein Spruch, den er schon von seinem Vater gelernt hat, hat sich für ihn immer wieder bewahrheitet: „Erfolg ist wichtig, aber es soll auch immer um die
Menschen gehen!“

ZUR PERSON

Max Hagmayr
Der 1956 geborene Oberösterreicher begann seine Profikarriere als Spieler 1975 bei VÖEST Linz. 1982 wechselte er zum Karlsruher SC in die Deutsche Bundesliga, kehrte aber nach einer Saison wieder zurück nach Österreich
und spielte 1983/84 bei Rapid und von 1984 bis 1988 für den LASK, wo er seine Karriere schließlich beendete. Zwischen 1979 und 1982 absolvierte Hagmayr 12 Länderspiele und nahm an der WM 1982 teil. Nach dem
Abschluss seiner Sportlerkarriere absolvierte er ein Jus-Studium an der Universität Linz, das er 1990 abschloss. Zwischen 1995 und
1999 war er Sportmanager bei LASK Linz, danach legte er die FIFA-Lizenz-Prüfung als internationaler Spielervermittler ab und gründete 2001 die Firma HAGMAYR Sportmanagement GmbH. Einer der 70 Spieler, die Hagmayr gemeinsam mit seinem Team betreut, ist auch der neue Nachwuchs-Star,
Valentino Lazaro.