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Sandi LOVRIC im Sportnet-Interview

21.06.2015

17 Jahre alt und trotzdem schon ein Thema für die Startelf von Sturm Graz. Sandi Lovric ist für viele in Liebenau ein absolutes Jahrhunderttalent. Wir haben mit ihm über seine Ziele, die Nationalelf und das Interesse von Juventus Turin gesprochen.

Sandi Lovric' bisheriger Lebenslauf liest sich wie der eines gestandenen Profis: Nationalteams-Kapitän, Sonderlob von Trainer und Mannschaftskollegen und Interesse von Italiens Topklubs Juventus Turin und Inter Mailand. Allerdings: der Junge ist erst 17, die Kapitänsschleife streift er für die U17-Nationalmannschaft über und Ex-Trainer Darko Milanic sagte über ihn: "Lovric? Der ist für die ganz große Bühne gemacht."
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Die Zukunft für den gebürtigen Lienzer: sie sieht rosig aus. Franco Foda führte ihn in der abgelaufenen Saison behutsam an den Kader von Sturm Graz ran, Lovric durfte insgesamt achtmal Bundesliga-Luft atmen, zweimal von Beginn an. Es wäre vermutlich mehr geworden, hätte ihn eine hartnäckige Angina inmitten der Saison nicht gestoppt.

Wer ist dieser Spieler, über den Kollege Marko Stankovic und U17-Coach Manfred Zsak Lobeshymnen anstimmen? Stankovic im Gespräch mit SPORTNET: "In seinem Alter war ich längst nicht so weit," Zsak attestiert Lovric gegenüber sturm12.at überdies "unendliches Potenzial" und sagt eine glorreiche Zukunft vorraus: "Er kann eine Mannschaft führen. Sandi Lovric hat das Potenzial, Nationalteamspieler zu werden." SPORTNET begibt sich auf Spurensuche und hat mit dem vielversprechendsten Talent der Grazer über seine Saison, einen möglichen Nationenwechsel und Juventus Turin geplaudert.

SPORTNET: Am Anfang der Woche war Trainingsauftakt bei Sturm Graz. Bist du froh, dass es wieder los geht und der Urlaub vorbei ist?

Sandi Lovric: Wir hatten in der Früh Laktattest und dann am Nachmittag normal Training. Logisch, dass es ein bisschen anstrengend ist, aber ich bin froh, dass es wieder los geht. Jetzt war's schon ein bisschen fad ohne Fußball.

Lass uns kurz die vergangene Saison Revue passieren: du warst zwei mal in der Startelf, hast vor allem gegen Altach (5:0-Heimsieg, Anm.) ein hervorragendes Spiel gemacht. Wie fällt dein Fazit aus?

Mein Fazit fällt eigentlich sehr positiv aus. Ich bin sehr froh, dass ich zweimal von Beginn an spielen hab dürfen. Natürlich super, es war eine tolle Erfahrung. Außerdem ist es ein sehr schönes Gefühl, wenn man sieht: 'okay, ich kann mithalten'. Nach dem ersten Spiel habe ich ein bisschen Pech gehabt, weil ich leider krank geworden bin. Aber gut, das war mein erstes Profi-Jahr, jetzt kommt das zweite. Da sind die Ziele dann natürlich ein bisschen anders, höher. Aber ich habe sehr viel mitgenommen aus der vorigen Saison.

Auffallend war, dass du am Platz vor allem mit Donis Avdijaj und Andreas Gruber sehr gut harmoniert hast. Versteht ihr euch auch außerhalb des Platzes gut?

Ich glaube der Grund ist: wir sind jung und spielen gerne gemeinsam. Dann ist es so nach dem Motto: 'wir Junge gehören zusammen'. Es ist jetzt nicht so, dass wir uns außerhalb des Platzes jede Minute sehen, aber hin und wieder machen wir was gemeinsam, was trinken gehen oder so.

Du spielst im Foda-System den zweiten defensiven Mittelfeldspieler. Was sind deine Aufgaben? Was verlangt Foda von dir?

Ich hoffe, dass ich auf dieser Position spielen darf, ja. Es ist wichtig, defensiv sehr gut zu stehen. So quasi vorne und hinten immer mit dabei zu sein, von box-to-box quasi. Vorne immer mit dabei sein, als auch hinten aushelfen. Ich bin aber eher der Spieler, der nach vorne geht, den Weg zum Tor sucht, das hab ich schon gern.

Trainer kommen und gehen, ich denke, da sollte man sich nicht auf einen zu sehr versteifenSandi Lovric

Du hast unter Darko Milanic dein erstes Spiel für Sturm gemacht, Milanic sagte damals über dich, du wärst für eine große Bühne gemacht. Warst du enttäuscht, dass es für deinen ersten großen Förderer Milanic bei Sturm dann doch nicht so geklappt hat?

Naja, das wird es in der Karriere immer geben. Trainer kommen und gehen, ich denke, da sollte man sich nicht auf einen zu sehr versteifen. Das ist im Fußball normal, ich werde in meiner Karriere hoffentlich noch viele weitere Trainer haben. Milanic war ein guter Trainer, aber ich habe unter Franco Foda jetzt eine neue Aufgabe. Ich kann von ihm genauso viel lernen.

Blicken wir auf die kommende Saison: was sind deine Ziele? Wo willst du dich verbessern?

Das Ziel ist natürlich, in die Stammelf zu kommen. Ich will Gas geben, öfters zum Einsatz kommen. Man muss natürlich immer an sich selber arbeiten, das ist eh klar. Ich muss im Spiel ein bisschen ruhiger werden, die Situationen cooler lösen. Aber ich denke, dass das mit der Erfahrung und mit der Zeit kommt.

Sturm hat sich gut verstärkt: Michael Esser, Sascha Horvath, Marvin Potzmann und Kristijan Dobras. Wie weit kann es für euch in der nächsten Saison nach oben gehen?

Ich bin überzeugt davon, dass unser Ziel der zweite Platz sein sollte. Meister wär natürlich noch besser, aber wir werden uns gut vorbereiten, gute Testspiele haben und dann können wir sicher um den zweiten Platz mitspielen und voll angreifen.

In den Medien war unlängst zu lesen: Juventus Turin und Inter Mailand wären an dir interessiert. Wie hast du das mitbekommen? Dein Vertrag läuft bis 2017, was kann dann noch passieren?

Das sind Dinge, da ist alles noch unklar. Konkret ist nichts. Aber irgendwann ist es natürlich ein Ziel, ins Ausland zu gehen. Zuerst ist einmal wichtig, gut vorbereitet in die Saison zu gehen.

Hast du vor, die Matura zu machen?

Voraussichtlich schon, ja. Matura habe ich nächstes Jahr. Es ist natürlich nicht immer einfach, man muss sich viel selber beibringen und selber lernen. Aber das ist eine Sache, die ich will. Und wenn man unbedingt will, dann geht es auch, auch wenn's schwierig ist. Ist nicht immer einfach, aber es ist machbar.

Du bist Kapitän und eine absolute Stütze der U17. Jetzt nachdem ein Monat vergangen ist: wie war die Europameisterschaft für dich?

War ein wahnsinnig geiles Gefühl. So ein Erlebnis hast du nicht oft im Leben. Wir hatten leider ein bisschen Pech, weil wir früh ausgeschieden sind. Wir haben leider nicht unsere Chancen verwertet, aber es war eine sehr tolle Zeit. Auch zu schauen: wie weit sind die anderen Spieler im selben Jahrgang - man kann sich selber ein bisschen vergleichen. Wir haben ja auch gegen sehr gute Namen gespielt, gegen Spanien, Kroatien zum Beispiel.

Vom slowenischen Verband hat sich bei mir noch keiner gemeldet. Lovric zu einem möglichen Nationenwechsel

Du seist am Radar des slowenischen Verbandes hat man in der slowenischen Tageszeitung Ekipa lesen können, dürftest auch für das slowenische Nationalteam spielen. Für wen würdest du dich entscheiden – Österreich oder Slowenien?

Vom slowenischen Verband hat sich bei mir noch keiner gemeldet. Ich weiß auch nicht, wie ich mich entscheiden würde. Das mache ich dann, wenn es so weit ist. Ich habe mir über das auch noch gar keine Gedanken gemacht. Da ist wirklich noch viel Zeit. Dann werde ich gut überlegen, was wichtig ist. Ich meine, das österreichische Nationalteam ist ja richtig super – Gruppenerster. Und die werden immer besser.

http://sportnet.at/…/Sandi-Lovric-im-SPORTNETInterview_Juve…